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Inhalt
Im wissenschaftlichen Umgang mit Karikaturen zeigt sich ein gespaltenes Verhältnis: Während sich viele Fachdisziplinen mit Karikaturen auseinandersetzen, finden sich dort, wo man Karikaturen als erstes vermuten sollte, so gut wie keine wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema: In der Publizistik und Journalistik. Weitere Anhaltspunkte, etwa das Fehlen von Urheberhinweisen unter den Karikaturen und das Nicht-Nennen des Karikaturisten im Impressum vor allem in Tageszeitungen sowie die Nichtberücksichtigung von Karikaturen in der Journalisten-Ausbildung und in Standardwerken zu journalistischen Stilmitteln unterstützen eine daraus zu ziehende Schlussfolgerung, nach der Karikaturen nicht zu den journalistischen Darstellungsformen gehören.
Demgegenüber stehen die Tatsachen, dass Karikaturen seit Jahrhunderten selbstverständlicher Bestandteil des redaktionellen Teils der verschiedensten Printmedien sind und dass Karikaturisten lange Zeit als festangestellte und den anderen Mitgliedern der Redaktion gleichgestellte Mitarbeiter gearbeitet haben.
Das Buch „Karikaturen in der Zeitung“ untersucht, ob Karikaturen in Tageszeitungen eine journalistische Stilform und Karikaturisten Journalisten sind. Dazu wird zunächst die Entwicklung der Karikatur, der Druckverfahren, der Zeitung und der Karikaturen in der Zeitung als formale Notwendigkeit für den Status quo untersucht. Anschließend werden aufgrund der Literaturanalyse verschiedene Aspekte von Karikaturen dargestellt und theoretisch die beiden Pole „Karikaturisten sind Journalisten und keine Künstler“ und „Karikaturisten sind Künstler und keine Journalisten“ einander gegenübergestellt. Eine Diskussion der technischen und inhaltlich-formalen Arbeitsweisen sowie des Spannungsverhältnisses zwischen Karikaturist und Redaktion folgt.
Abgeschlossen wird der Inhalt durch die Untersuchung der Frage, ob in Deutschland eine geregelte Karikaturistenausbildung stattfindet, und die ausführliche Beschreibung des Arbeitsalltags zeitgenössischer Zeitungs-Karikaturisten. Diese beiden Teile basieren auf der Auswertung von Fragebögen, die der Autor im Rahmen seiner Dissertation an Institutionen und Karikaturisten verschickt hatte.
Insgesamt vier Exkurse befassen sich schließlich mit dem Streit um die Mohammed-Karikaturen, mit dem Interpress politisches Karikaturenbüro der NS-Zeit, dem sogenannten Paulmicheln und dem Bild, das Karikaturisten in ihren Zeichnungen in der Gewerkschaftspublikation „journalist das deutsche Medienmagazin“ von Journalisten zeichnen.
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